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Neurointersexualität - Der Phallusaufbau

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Der Phallusaufbau

 

Mit Hilfe des Phallusaufbaus soll ein Organ geschaffen werden, daß in Aussehen und Funktion so nahe wie möglich an einen biologisch männlichen Penis heranreicht. Die Glansplastik (Nachbildung der Eichel) sowie der Hodenaufbau und die Erektionsprothese sind weitere Möglichkeiten, um das ganze zu "vervollkommnen".

OP-Methode:
Besonderheiten: Für einige Chirurgen (z. B. Dr. Liedl) stellt der zuvor konstruierte Klitpen eine Voraussetzung für den Phallusaufbau dar. Für andere Chirurgen (z. B. Dr. Daverio und Dr. Krüger) wiederum nicht.


Methoden der Hautlappenentnahme:
* Entnahme eines Hautlappens aus dem meist nicht dominanten Unterarm
* Entnahme eines Hautlappens aus dem Unterschenkel, wahlweise mit Knochen zur Versteifung
* Entnahme eines Hautlappens aus dem Oberschenkel (mit "Spacermethode" *)
* Entnahme eines Hautlappens aus dem Rücken (wird nur in Serbien, Belgrad angeboten)
* Konstruktion des Phallusaufbaus aus 2 Leistenlappen inkl. eines geraden Bauchmuskels
* Rollhautlappen (Koffergriff) der schrittweise vom Ursprungsort (Oberschenkel oder Unterbauch) Richtung Schambein transplantiert wird

* Ist die vorherige Einbringung eines Schlauches mit einem Hauttransplantat herum in den Oberschenkel dessen Enden herausschauen, so daß die zukünftige Harnröhre schonmal ins Gewebe einwachsen kann bevor der Phallus ansich in einer weiteren OP geformt wird.

Die letzten beiden Methoden sind allerdings schon veraltet und werden nur noch in Ausnahmefällen oder auf ausdrücklichem Wunsch des NGS-Betroffenen durchgeführt. Ob die Methode aus dem Rücken so gut ist, wagen wir ebenfalls zu bezweifeln. Wir möchten uns hier auf die gängigste Methode, der Entnahme vom Unterarm beschränken.


Während der Genitalbereich für die Transplantation vorbereitet wird, Nerven und Blutgefäße werden dargestellt, kümmert sich ein anderer Chirurg um die Arbeit am Unterarm. Dieser bereitet  den Lappen so vor, daß ein großer schmaler Streifen (die zukünftige verlängerte Harnröhre) und ein kleiner breiter Lappen (der zukünftige Peniskörper) entsteht. Zusätzlich werden noch Blutgefäße und ein Hautnerv mitgenommen. Durch eine gewisse "Rolltechnik" wird der Lappen so geformt, daß eine Röhre in einer Röhre entsteht. Sogenannte "tube-in-tube"-Technik. Die innere Röhre dient als Harnröhre, während die äußere Röhre den eigentlichen Phalluskörper darstellt. Als Platzhalter und Formgeber für die Harnröhre dient ein dünner Kathederschlauch. Um den Hebedefekt am Arm zu beseitigen, wird meist aus der Leiste am Oberschenkel ein Vollhauttransplantat entnommen, um die Wunde wieder bedecken und verschließen zu können.

Sobald alles soweit vorbereitet ist, wird der Phallus an anatomisch männlicher Stelle angeschlossen. Der zuvor enthäutete Klitpen wird in die Phallusbasis integriert, der Hautnerv des Armlappens mit einem Leistennerv und je nach Chirurg zusätzlich mit einer gut ausgebildeteten Faser des Klitnervs verbunden. Mit etwas Glück können durch den enthäuteten Klitpen sogar Nervenenden in den Phallus einsprießen. Wenn alles komplikationslos klappt, ist der NGS-Betroffene danach in der Lage im stehen urinieren zu können sowie Sensibilität im Phallus zu entwickeln. Durch Zug oder Druck am Phallus kann der integrierte Klitpen sexuell stimuliert werden. Da der Klitpen oder die Klitoris ansich nicht angetastet wird, mal abgesehen von der Enthäutung, bleibt die körperliche Orgasmusfähigkeit in der Regel erhalten. Es muß nicht näher erläutert werden, daß der Orgasmus zum großen Teil auch eine reine Kopfsache ist. Spielt das Gehirn nicht mit, dann passiert gar nichts.

In einer zweiten Sitzung wird die Glansplastik konstruiert. Am Phallus wird die Haut eingeschnitten und nach innen und oben "eingerollt". Die entstandene Wunde mit einem Hauttransplantat bedeckt. In die großen Schamlippen werden die Silikonhoden implantiert.

In der dritten und letzten Sitzung wird die Erektionsprothese implantiert. Die sich versteifenden Stäbe befinden sich im Phallus und begleiten rechts und links auf fast gesamter Länge die Harnröhre. Zu lang dürfen die Stäbe nicht sein, ansonsten kann die Gefahr einer Durchstoßung der Phallusspitze bestehen oder sie ragen zu sehr in die Pobacke rein, was große Schmerzen verursachen kann. Im Bauchraum wird das Flüssigkeitsreservoir platziert und in dem noch leeren Teil des zukünftigen Hodensacks die eigentliche Pumpe eingesetzt.


Ziele des Phallusaufbaus:
* Die Möglichkeit, im Stehen urinieren zu können
* Die Möglichkeit, Sexualität in männlicher Form leben zu können
* Ein weitestgehend authentisches Erscheinungsbild zu haben
* Etwas eigenes in der Hose zu haben ohne auf Stuffer oder Softpacker zurückgreifen zu müssen
* Sich als Mann vollständig zu fühlen



Dauer des Krankenhausaufenthaltes und der Krankschreibung:
Bei dem eigentlichen Phallusaufbau beträgt der KH-Aufenthalt 3 Wochen. Je nach beruflicher Betätigung und persönlichem "Heilfleisch" kann die Krankschreibung zwischen 6 Wochen und 3 Monaten variieren.

Bei der Hodenkonstruktion sowie der Implantation der Erektionsprothese ist der KH-Aufenthält längstens 2 Wochen, die Krankschreibung danach kann bis zu 2 Monaten variieren.

Da sich die OP-Techniken noch am besten durch Bilder und Filme erklären lassen, verknüpfen wir hier aussagekräftige Bilder und Filme.

Den Anfang macht mal wieder "Kater Schnurz" mit einem Knetmodell, sehr anschaulich und leicht verständlich. Da es hier um den Inhalt geht, habe ich über die unglücklich gewählten Begriffe einfach mal hinweggesehen.

 

Achtung, ab jetzt wird es blutig!








Dr. Sava Perovic's "Rückenmethode" zur Konstruktion eines Phalluses (Belgrad - Serbien):
http://www.savaperovic.com/ftm-srs-metoidioplasty-total-phalloplasty.htm#vdo


Der medizinische Fortschritt anhand eines Vergleiches:

Daverio OP-Methode von 1989


Daverio OP-Methode von 1997

 

Ein Vortrag zur Prozedur von Dr. Taskov:




Die Prozedur in Bildern festgehalten:

  

  



Das Endergebnis (mit Glansplastik, im zweiten Bild wurde die Glans bereits tätowiert):

Klick auf die Bilder zeigt die unzensierten Versionen!

 

Ein Ergebnis ohne Glansplastik:
  



Weitere Post-OP Ergebnisse:


Abb.: Ohne Hodenaufbau

  
Abb.: Mit Hodenaufbau

Um kein ungewolltes Outing zu tätigen, werden hier keine Bilder von Armnarben online gestellt. Diese können bei seriösem Interesse in unserem Forum eingesehen werden.

 

Weiter gehts:

 

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Letzte Bearbeitung: 16.02.2024, 15:22

News

 

12.04.24: Erweiterung der Inhalte zur körperlichen Transition

Wir haben uns nun die Mühe gemacht und den Bereich der körperlichen Transition um die Hormonbehandlung erweitert.

 

25.01.23: Neue Grafiken... / New graphics...


...sind nun online. Zu sehen hier und hier.


...are online now. See here and here.

 

24.09.23: Filme und NIBD-Stammtisch

Jetzt bieten wir auch die Möglichkeit, sich gute Filme bei uns zum Thema NIBD anschauen zu können. Hier. Viel Spaß beim gucken und Popkorn futtern. wink

Eine Userin war so freundlich und hat für uns via Zoom einen virtuellen NIBD-Stammtisch aufgebaut. So können wir locker flockig miteinander plauschen und uns dabei sehen. Die Zugangsdaten gibt es nur für registrierte User denen wir vertrauen können.

 

21.07.23: Chat

Nachdem ich heute den ganzen Tag gebastelt habe, steht nun unser eigener Chat. Immer hereinspaziert in die gute Stube. Kaffee und Kuchen stehen bereit. Hier entlang.

 

18.07.23: Zertifikat

Seit heute den 18.07.23 ist unsere Webseite mit einem SSL-Zertifikat versehen. Das berühmte "Schloß" ist nun nicht mehr durchgestrichen.


Neurointersexualität / Neurointersexuelle Körperdiskrepanz (NIBD)
Eine Zusatz-Bezeichnung, die gerne von manchen originär transsexuellen Menschen benutzt wird, um sich von der inflationären Benutzung des Begriffes "Transsexualität", welche durch die genderorientierte Trans*-Community, aber auch durch die Medien getätigt wird, abzugrenzen. NIBD-Betroffene wollen einfach nicht mit anderen Phänomenlagen, die entweder nur ein Lifestyle, Rollenproblem oder sexueller Fetisch sind, verwechselt und/oder in einen Topf geworfen werden. Die Bezeichnung NIBD bezieht sich auf die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Haupt.

 


Neurointersexuality / Neurointersexual Body Discrepancy (NIBD)
An additional term which is often used by originally transsexual people to differentiate themselves from the inflationary use of the term "transsexuality" by the gender-oriented trans* community, but also by the media. NIBD patients simply do not want to be confused and/or lumped together with other phenomena that are either just a lifestyle, role problem or sexual fetish. The term NIBD refers to the scientific work of Dr. Haupt.

 

 

 

 


Transgender - Transidentität
Transgender hadern hauptsächlich mit der sozialen Geschlechterrolle (gender), die ihnen seitens der Gesellschaft und kulturellen Konventionen aufgedrückt wird. Einen körperlichen Leidensdruck, wie ihn originär transsexuelle Menschen (NIBD) verspüren, ist bei ihnen nicht gegeben. Gerne und immer wieder wird, auch von Fachleuten, Transgenderismus mit originärer Transsexualität verwechselt.
Transidente hadern mit ihrer Identität als Mann oder Frau. Dieses Problem ist rein psychisch bedingt, einen körperlichen Leidensdruck, wie ihn originär transsexuelle Menschen (NIBD) verspüren, ist bei ihnen ebenfalls nicht gegeben. Auch hier wird das Phänomen gerne mit originärer Transsexualität verwechselt.

 


Transgender - Transidentity
Transgender people mainly struggle with the social gender role (gender) that is imposed on them by society and cultural conventions. They do not experience the kind of physical distress felt by originally transsexual people (NIBD). Transgenderism is often and repeatedly confused with original transsexuality, even by experts.
Transident people struggle with their identity as a man or a woman. This problem is purely psychological; they do not experience the kind of physical suffering that original transsexual people (NIBD) do. Here too, the phenomenon is often confused with original transsexuality.

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