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Neurointersexualität - Testosteron

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Testosteron,

das männliche Sexualhormon

 
 

Bildquelle: https://gesundheit-im-leben.com


Bereits in der Antike erkannte man die physiologische Bedeutung der Hoden, der Haupt-Produktionsstätte von Androgenen (bei Männer) intuitiv.
Im antiken Griechenland gab Aristoteles in seinen Schriften eine ziemlich zutreffende Einschätzung der Funktion der Hoden wieder.
Im 17. und 18. Jahrhundert brachten Wissenschaftler Vorhandensein oder fehlen der Hoden mit dem Vorhandensein oder fehlen von männlichen phänotypischen Merkmalen in Zusammenhang.

Das Prinzip der Hormonwirkung wurde allerdings erst 1849 von dem französischen Physiologen Berthold nachgewiesen. Erst im Jahr 1931 jedoch, war es gelungen Testosteron in seiner Struktur zu isolieren und 1935 es herzustellen.

Testosteron, das männliche Sexualhormon
Testosteron, Wirkstoffdaten
Wirkstoffklasse: Steroide und Stilbene
Synonyme: Trans-Testosteron; Androlin
systematische Bezeichnung: 17beta-Hydroxy-4-androsten-3-on
chemische Formel: C19H28O2
Molekulargewicht: 288,4 Da


Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Testosteron


Testosteron ist das wichtigste Androgen (männliches Sexualhormon) und als solches sowohl bei Männern als auch geringfügig bei Frauen aktiv.

Aktionsprinzip von (körpereigenen) Steroidhormonen
Biologisch aktive Steroidverbindungen sind in Körperflüssigkeiten nur sehr mäßig löslich. Sie werden daher im Blutstrom hauptsächlich an Proteine gebunden transportiert.

Die Bindung von Testosteron an SHBG ist höchst spezifisch, wohingegen mit Albumin nur eine lockere, unspezifische Verbindung eingegangen wird.
Da Albumin aber in enorm hoher Konzentration im Serum vertreten ist, spielt es als Transporter für Steroide dennoch eine wichtige Rolle.

(Nur 1% bis 2% des Gesamttestosterons im Serum liegt frei vor. Etwa 30% des Steroids werden mit hoher Affinität an SHBG gebunden.
Die restliche Menge an Testosteron ist relativ locker mit insbesondere Albumin und verschiedenen weiteren Serumproteinen assoziiert.)

Um an der Zelle zu wirken, muß das Testosteron allerdings in freier Form vorliegen.
Das mit hoher Affinität an SHBG gebundene Testosteron steht somit kaum zur Verfügung.
Als biologische Wirksubstanz kommen somit lediglich der freie und der locker an Albumin gebundene Anteil des Gesamttestosterons zum Tragen.

Die Summe aus freiem und nicht-SHBG-gebundenem Testosteron gilt als sogenanntes bioverfügbares Testosteron.

Erläuterung:

Transportproteine
Transportproteine sind im Blut zirkulierende Eiweiß-Stoffe, die andere Partikel binden, an ihren Wirkungsort bringen und deren Stoffwechsel und Abbau regulieren.
Zu den Transportproteinen gehört auch SHGB (Sexualhormon-bindendes Globulin).
Enzyme als Co-Faktoren bestehen aus Eiweißmolekülen und sind die Katalysatoren der Zelle.


Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sexualhormon-bindendes_Globulin
Abb.: Schematische Darstellung des Sexualsteroidhormon-bindenden Globulins (SHBG):
Das Serum-Glykoprotein liegt vorwiegend als dimerer Komplex vor.
Pro Molekül existiert eine Steroid-Bindungsstelle.
Die Domäne des Proteins, die mit dem Plasmamembran-ständigen SHBG-Rezeptor interagiert, ist grün hervorgehoben (nach Hammond, 1995).



Steroidhormone sind fettlöslich und deshalb fähig, in die Zellen einzudringen.
Das Eindringen in die Zellen geschieht vermutlich durch passive Diffusion (passive Diffusion: Durchmischung zweier Lösungen, die durch eine poröse Membran getrennt sind, die aber nur für einen der Stoffe in der Lösung möglich ist).

Abhängig vom Organ kann Testosteron  in der Zielzelle zum 5- -Dihydrotestosteron (DHT) transformiert werden, welches als intrazellulärer Mediator für einige Wirkungen des Hormons dient.
Da vor allem in der Haut Testosteron zu DHT umgewandelt wird, ist DHT wesentlich für den Behaarungstyp und die Veränderungen der Haut verantwortlich.

Anmerkung:
Für die Vermännlichung des gesamten Erscheinungsbildes ist auch Testosteron selbst von entscheidender Wirkung, da es im Gegensatz zum DHT eine anabole Wirkung auf den Skelettmuskel hat.

Regelung der körpereigenen Hormonproduktion bzw. Dosierung der Hormonersatztherapie
Regeln Hypothalamus und Hypophyse die Produktion der Hormone.
Wird der untere Grenzwert unterschritten bekommen die Produzenten den Befehl, sofort dieses Hormon auszuschütten, wird der obere Grenzwert überschritten wird der Befehl ausgegeben, sofort alle Aktivitäten einzustellen.

Anders bei der Testosteronersatz-Therapie
Hier wird eine berechnete Dosis Testosteron verabreicht, die dann vom Hormonsystem verarbeitet werden muss.
Anders bei der Testosterontherapie. Hier wird eine berechnete Dosis Testosteron verabreicht, die dann vom Enzymsystem verarbeitet werden muss.
Viele Erkrankungen, die durch Hormone ausgelöst werden, entstehen, weil diese Grenzwerte überschritten werden. Deshalb ist es unerlässlich, die Hormonwerte (sowie Organ- und "Funktionswerte") regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Wird die körpereigene Hormonproduktion längere Zeit unterdrückt, kommt es zur Inaktivierung der hormonproduzierenden Organe.

 

Weiter gehts:

Letzte Bearbeitung: 16.02.2024, 17:33

News

 

12.04.24: Erweiterung der Inhalte zur körperlichen Transition

Wir haben uns nun die Mühe gemacht und den Bereich der körperlichen Transition um die Hormonbehandlung erweitert.

 

25.01.23: Neue Grafiken... / New graphics...


...sind nun online. Zu sehen hier und hier.


...are online now. See here and here.

 

24.09.23: Filme und NIBD-Stammtisch

Jetzt bieten wir auch die Möglichkeit, sich gute Filme bei uns zum Thema NIBD anschauen zu können. Hier. Viel Spaß beim gucken und Popkorn futtern. wink

Eine Userin war so freundlich und hat für uns via Zoom einen virtuellen NIBD-Stammtisch aufgebaut. So können wir locker flockig miteinander plauschen und uns dabei sehen. Die Zugangsdaten gibt es nur für registrierte User denen wir vertrauen können.

 

21.07.23: Chat

Nachdem ich heute den ganzen Tag gebastelt habe, steht nun unser eigener Chat. Immer hereinspaziert in die gute Stube. Kaffee und Kuchen stehen bereit. Hier entlang.

 

18.07.23: Zertifikat

Seit heute den 18.07.23 ist unsere Webseite mit einem SSL-Zertifikat versehen. Das berühmte "Schloß" ist nun nicht mehr durchgestrichen.


Neurointersexualität / Neurointersexuelle Körperdiskrepanz (NIBD)
Eine Zusatz-Bezeichnung, die gerne von manchen originär transsexuellen Menschen benutzt wird, um sich von der inflationären Benutzung des Begriffes "Transsexualität", welche durch die genderorientierte Trans*-Community, aber auch durch die Medien getätigt wird, abzugrenzen. NIBD-Betroffene wollen einfach nicht mit anderen Phänomenlagen, die entweder nur ein Lifestyle, Rollenproblem oder sexueller Fetisch sind, verwechselt und/oder in einen Topf geworfen werden. Die Bezeichnung NIBD bezieht sich auf die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Haupt.

 


Neurointersexuality / Neurointersexual Body Discrepancy (NIBD)
An additional term which is often used by originally transsexual people to differentiate themselves from the inflationary use of the term "transsexuality" by the gender-oriented trans* community, but also by the media. NIBD patients simply do not want to be confused and/or lumped together with other phenomena that are either just a lifestyle, role problem or sexual fetish. The term NIBD refers to the scientific work of Dr. Haupt.

 

 

 

 


Transgender - Transidentität
Transgender hadern hauptsächlich mit der sozialen Geschlechterrolle (gender), die ihnen seitens der Gesellschaft und kulturellen Konventionen aufgedrückt wird. Einen körperlichen Leidensdruck, wie ihn originär transsexuelle Menschen (NIBD) verspüren, ist bei ihnen nicht gegeben. Gerne und immer wieder wird, auch von Fachleuten, Transgenderismus mit originärer Transsexualität verwechselt.
Transidente hadern mit ihrer Identität als Mann oder Frau. Dieses Problem ist rein psychisch bedingt, einen körperlichen Leidensdruck, wie ihn originär transsexuelle Menschen (NIBD) verspüren, ist bei ihnen ebenfalls nicht gegeben. Auch hier wird das Phänomen gerne mit originärer Transsexualität verwechselt.

 


Transgender - Transidentity
Transgender people mainly struggle with the social gender role (gender) that is imposed on them by society and cultural conventions. They do not experience the kind of physical distress felt by originally transsexual people (NIBD). Transgenderism is often and repeatedly confused with original transsexuality, even by experts.
Transident people struggle with their identity as a man or a woman. This problem is purely psychological; they do not experience the kind of physical suffering that original transsexual people (NIBD) do. Here too, the phenomenon is often confused with original transsexuality.

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