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Transsexualität - NGS

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Sexualität...

oder die schönste Nebensache der Welt. wink

An dieser Stelle möchte ich ein Thema behandeln, daß nachwievor mit viel Unwissen, Stigma, Scham und Vorurteilen behaftet ist. Gerade vor und zu Beginn der Transition wird das Thema von fast allen transsexuell Betroffenen (NGS) großzügig vermieden. Obwohl auch an NGS leidende Menschen sexuelle Wesen sind und mit einem Sexualtrieb ausgestattet sind, wird dem Sexualtrieb im Hinblick auf Interaktion mit anderen Menschen nicht stattgegeben. Die Gründe liegen auf der Hand. Einerseits kommt bei transsexuellen Frauen (NGS), die bis zur Entfernung der Hoden einen Blocker nehmen um die Testosteronwirkungen zu stoppen (meist wird hier von den Endokrinologen Androcur verschrieben), der Sexualtrieb zum erliegen. Andererseits ist mit einer Anatomie, deren äußere Erscheinung nicht mit der inhärenten Sexualität und damit dem angeborenen Sexualwesen übereinstimmt, eine lustvolle und befriedigende Sexualität mit einem Geschlechtspartner nicht möglich. Obgleich die Selbstbefriedigung mit Abstrichen durchaus machbar aber eben nicht erfüllend ist. Ein (ehemals) transsexueller Mann möchte geben und eine (ehemals) transsexuelle Frau möchte bekommen. Mit der falschen genitalen Ausstattung ist das ganze aber eben nicht machbar. Auch dieser Umstand trägt zum erheblichen Leidensdruck mit bei. Sicherlich wird die Transition primär nicht aus sexuellen Gründen oder gar sexuellen Vorlieben vollzogen, da spielen ganz andere Ursachen eine wesentlich größere und entscheidendere Rolle, aber zu vernachlässigen ist das Thema nun auch wieder nicht, denn gerade eine gesunde und intakte Sexualität, die ausgelebt werden kann, ist das Tüpfelchen auf dem i, welches zu einem vollständigen Angekommensein nach Abschluß der Transition beiträgt.

Oder wie es eine Bekannte von mir mal gesagt hat:

Spätestens dann ist "Trans" eine endgültig und vollständig abgeschlossene Phase, wenn nach der physisch-körperlichen Stimmigkeit auch die ganzheitliche psycho-soziale Ergänzung DIESER!!! Gegebenheiten erreicht werden konnte!

Ein anderer Grund zur Vermeidung des Themas Sexualität ist der Umgang damit seitens vieler Gutachter. Wie oft hat man schon beide Versionen gehört:

  • Ja, wenn Sie noch keinen Sex gehabt haben, dann können Sie ja gar nicht beurteilen ob Sie transsexuell sind....
  • Ja, wenn Sie schon Sex mit dem jetzigen Organ gehabt haben, dann kann es für Sie ja gar nicht so schlimm gewesen sein, demnach sind Sie sicherlich nicht transsexuell, (allenfalls transgender).

Also wie man sieht, egal was man sagt, es wird einem ein Strick draus gedreht. Daher am besten gar nicht erst ansprechen. Fehlt noch die berühmteste Frage aller Fragen, gerade im deutschen Sprachgebrauch:

Wenn Transsexualität (NGS) primär nichts mit Sexualität zu tun hat, warum heißt es dann trotzdem Transsexualität? Berechtigte Frage wie ich finde. Die Antwort ist ebenfalls kinderleicht! Ganz einfach, der Wortbestandteil "Sexualität" in Transsexualität beschreibt hier keine "Bettgeschichten" sondern die "Geschlechtlichkeit". Und im englischen heißt Geschlecht schlicht und ergreifend sex. Steht in jedem Reisepass wo das Geschlecht (dt.) / sex (engl.) / sexe (frz.) als f (female / féminine - weiblich) oder m (male / masculin - männlich) kodiert ist.

Damit wäre dann auch die Frage zum Begriff "Transsexualität" geklärt. Im übrigen zum krassen Gegensatz von "Transgender", denn "gender" (engl.) ist im deutschen die soziale Geschlechterrolle. Also praktisch sozial-geschlechtliche Verhaltensweisen, die aber noch lange kein Hinweis darauf sind ob wer geschlechtlich ein Mann oder eine Frau ist. (Zum Thema Transgenderismus steht an anderer Stelle schon genug.)

Leider gibt es immer noch viele Ewiggestrige, denen die sprachlichen Fakten und Ursprünge egal sind, da steht "sexualität" drin, also muß es ja was mit Homosexualität, sexuellen Vorlieben und "Bettgeschichten" zu tun haben. Und da die eigentliche Sexualität und damit auch der Geschlechtsverkehr bei sehr vielen Menschen und in vielen Kulturen als etwas schmutziges und perverses angesehen wird und mit sehr viel Scham verbunden ist, darf ja nur nach Hochzeit und zum Kindermachen angewendet werden, werden damit auch gleich transsexuelle Menschen (NGS) in die perverse oder gar in die Rotlichtecke geschubst. Daß man damit NGS-Betroffenen mehr als Unrecht tut, muß ich nicht näher erklären.

Wie dem auch sei, ein generell entspannterer und lockerer Umgang mit der menschlichen Sexualität, frei von Scham, Stigma und Vorurteilen aber mit dem nötigen Respekt und Anstand würde uns allen gut tun. smile

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Letzte Bearbeitung: 13.03.2022, 00:58

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